Start Presse Voting Systeme im Schuleinsatz

Demnächst

<<  Februar 2012  >>
 Mo  Di  Mi  Do  Fr  Sa  So 
    1  2  3  4  5
  6  7  8  9101112
13141516171819
20212223242526
272829    

Anmelden

Voting Systeme im Schuleinsatz PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Robert Teske

zurück

Vor ca. 2 ½ Jahren wurde mir ein Voting-System auf der Gründermesse in Berlin vorgestellt..
In meiner Schule nehme ich neben der Betreuung des IT-Bereiches auch die Evaluationsberatung wahr und wollte für unsere sehr umfangreichen Erhebungen im Rahmen der Schulprogrammentwicklung ein solches System nutzen.

Über GA-Mittel (Europa sei dank!) konnte die Schule ein Voting-System (48 Set) anschaffen. Gleich mit der ersten Befragung unseres Kollegiums (47 Kollegen wurden mit 103 Fragen eines Frageinstrumentarium des LISUM zur Einstellung von Lehrern zu ihrer Schule konfrontiert) konnte ein erstes bemerkenswertes Resultat erzielen: Die statistische und graphische Auswertung einer auf einer GK durchgeführten Befragung lag am nächsten Morgen dem Kollegium ausgedruckt vor.

Im Rahmen der Ermittlung der Basisdaten für die Erstellung unseres Schulprogramms wurde  2006 eine Befragung aller Schüler der Schule (Stichprobenumfang ca. 550) mit dem umfangreichen, vom ISB-Bayern herausgegebenen Fragebogen BILANZ durchgeführt. Die Befragung fand innerhalb eines Schultages statt. Die Zusammenfassung der Rohdaten lag nach 2 weiteren Stunden vor und konnte über Excel weiterverarbeitet  werden. Die Ergebnisse fanden einen direkten Eingang in den ersten Evaluationsbericht unserer Schule. Kollegen anderer Schulen und das LISUM traten in der Folge an uns mit der Bitte heran, zu verschiedenen Anlässen mit dem System Erhebungen durchzuführen. Bei all diesen Anlässen waren die Umfrageteilnehmer über die Darstellung der Ergebnisse „just-in-time“ stark beeindruckt. Dass es dennoch nicht zu einer größeren Verbreitung eines solchen Systems in Berlin gekommen ist, lag daran, dass das System mit dem seinerzeit hohen Preis von 3600,- € für ein 32-Set für die Schulen unerschwinglich schien und überdies die in englisch gehaltene Benutzerführung abschreckend wirkte.

Auf der Suche nach einem günstigen Anbieter sind wir auf die amerikanische Firma GTCOCALCOMP aufmerksam geworden, die ein Voting System unter dem Label Interwritelearning vertreibt. Dieses System wird für einen Preis unter 2000,- € angeboten. Mit Unterstützung der Firma Konzept Weiterbildung, Beratung und Betreuung GmbH und durch eine große Bereitschaft Seitens GTCOCALCOMP wurde das System auch unseren schulspezifischen Bedürfnissen angepasst. Das Produkt liegt seit Frühjahr 2007 nun auch mit deutscher Benutzerführung vor.

Das System besteht aus drei Teilen. Den Sendern (Transceiver), einem Empfänger (Receiver) und dem Softwareprogramm. Der Empfänger wird  über USB (COM) an ein PC / NB angeschlossen. Als Transceiver werden IR- (Infrarot) oder FR- (Funk) Systeme eingesetzt. Die IR-Systeme sind Ein-Weg-Systeme, mit denen Multiple-Choice Fragen (zwischen 2 bis 8 Alternativantworten bei gleichzeitiger Auswahl von mehreren Antworten) abgearbeitet werden können. Befragungen können anonym und namentlich durchgeführt werden. Bei den RF-Systemen handelt es sich um Zwei-Weg-Systeme, die darüber hinaus die Möglichkeit bieten, dem Sender ein Empfangssignal zu übermitteln und Zahlen und/oder kurze Antwortsätze zu versenden / empfangen. Die Fragen werden über einen Beamer visualisiert. Je nach Systemvariante wird den Befragungsteilnehmern ein Response über den Beamter (IR) oder den Transceiver (RF) gegeben.

Die Software verfügt über eine sehr übersichtliche Benutzerstruktur. Sie gliedert sich in die vier Hauptbereiche

  1. Klasse (Anlegen von Klassen oder Gruppen)
  2. Lektion (Eingabebereich für Fragen)
  3. Sitzungen (Start und Verwaltung / Protokollierung von Sitzungen/Tests)
  4. Bewertungsmappe ( Lehrerbuch zur Übertragung von Testergebnissen)


Nach dem Anlegen einer Gruppe werden Multple-Choice Fragen individuell mit Punkten bewertet und als Sitzung/Test gespeichert. Im Menüpunkt Sitzung wird dann eine Befragung gestartet. Je nach Einstellung können namentliche oder anonyme Befragungen durchgeführt werden. Der  Befragungsverlauf kann manuell oder automatisch zeitgesteuert mit oder ohne direkte Ergebnisansicht eingestellt werden. Das System speichert und protokolliert die Antworten.

Alle Sitzungen werden gespeichert, können als Berichte in unterschiedlicher Form (u.a. Darstellung von Einzel- und Gruppenergebnissen)  ausgedruckt, exportiert (als csv-Datei) oder in das Lehrerbuch übertragen werden. Vor der Übertragung der Ergebnisse können diese auch noch editiert (korrigiert) werden. Im Lehrerbuch werden die Ergebnisse nach vorher vom Benutzer festgelegten Beurteilungskriterien in Zensuren übertragen.

Neben der PRS eigenen Datenbank gibt es die Möglichkeit ein PowerPoint-Add-in zu nutzen. Man gibt seine Fragen direkt in PowerPoint ein und nutzt das Add-Inn um aus den PP-Folien PRS-Folien zu generieren. So kann direkt aus PowerPoint eine Befragung gestartet werden. In meinem Unterricht in der Fachoberschule und Fachschule arbeite ich u.a. mit PowerPoint-Vorträgen. In diese Vorträge baue ich zwischenzeitlich PRS-Fragen ein, die die Befindlichkeiten/ Meinungen der Schüler/Studierenden aufgreifen und in den Unterricht einbringen sollen oder bei Wiederholungen oder Messung der Unterrichtsmitarbeit die Leistungen der Schüler objektiv festhalten sollen.

Die Schüler arbeiten gern mit dem Medium. Manchmal ist das System hilfreich bei der Darstellung von Meinungen, ohne sich „outen“ zu müssen (z.B. bei der Bewertung von Lehreroder Schülerleistungen). Aber auch bei bewerteten Kurztest wird das System angenommen, bietet es doch die Möglichkeit einer sofortigen Ergebniswiedergabe. Wenn ich das PRSSystem im Unterricht einsetze bemerke ich auch eine deutlich gesteigerte Aufmerksamkeit, da jeder weiß, dass sich niemand der „Leistungsvermessung“ unentdeckt entziehen kann.

Sowohl für meine Arbeit als Evaluationsberater (enorme Zeitersparnis) als auch für meine Unterrichtstätigkeit hat sich das System bewährt. Auch wenn ich persönlich noch den einen oder anderen Wunsch an die Software habe, bin ich zwischenzeitlich ein sehr überzeugter Nutzer dieses Systems, das in der Tat eine Bereicherung für notwendige barrierefreie schulische Kommunikationsprozesse darstellt.
Dies wird wohl auch in amerikanischen und englischen Schulen so gesehen. In den USA hat die Firma GTCOCALCOMP zwischenzeitlich als Marktführer (63%-Anteil) bei diesen Produkten fast 500.000 Transceiver im Hoch-/ Schulbereich verkauft. Die Konzept… bewirbt seit August 2007 die Voting-Systeme PRS von GTCOCALCOMP. Seit September 2007 wird das PRS-IR für 1218,56 € angeboten.

 

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 19. Oktober 2010 um 11:50 Uhr