1. Vorstellung des ProjektsIn Hamburg wurden seit 1999 in allen Schulen die Voraussetzungen geschaffen, „Neue Medien“ in den Unterricht integrieren zu können. Es gibt Computerräume, Medienecken, einzelne Computer in Fachräumen und mobile Notebooksätze. Durch die technische Entwicklung sind aber inzwischen viele weitere Komponenten für einen interaktiven Einsatz in Lehr- und Lernprozessen am Markt. Eine davon ist das „Interaktive Whiteboard“. Es handelt sich dabei um eine interaktive Tafel, bei der die Möglichkeiten der herkömmlichen Tafel konsequent weiterentwickelt wurden. Sie bietet nicht nur die Möglichkeit, multimediale Anwendungen für alle zu visualisieren, sondern sie auch direkt an der Tafel zu bedienen. Die Unterrichtsaktivitäten und die Ergebnisse können gespeichert und jederzeit wieder für jeden überall verfügbar gemacht werden. Es stecken somit in diesem interaktiven Medium viele innovative Potenziale für die Entwicklung von Unterricht. Das vorgelegte Projekt hat zum Ziel, im praktischen Schulalltag zu erproben, inwieweit sich der Unterricht, die Vorbereitung und die weitere Planung durch den Einsatz von Interaktiven Whiteboards verändern. Das Projekt wird durch eine begleitende Evaluation ergänzt, in die alle in der Schule handelnden Personen, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte und Schulleitungen, einbezogen werden. Jede dieser Gruppen hat einen eigenen Bezug zu diesem Medium. Die zwischen der BBS und Smart geschlossene Kooperationsvereinbarung sah vor, interessierten Schulen Smartboards (Interaktives Whiteboard der Firma Smart Technologie) nach dem Prinzip 1+1 zur Verfügung zu stellen. Beim Bezug eines Boards zum Schulpreis wurde ein zweites kostenfrei dazu geliefert. Eine erste technische Einweisung sollte mit der Aufstellung der Boards in den Schulen durch die Firma Smart Technologies erfolgen. Zur Begleitung des Projekts wurden zwei vom Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) organisierte Workshops vereinbart, einer nach Auslieferung der Boards zur Einführung, ein weiterer im Herbst zur Auswertung. Ziele des Projekts:
2. Bedingungen für die Teilnahme am ProjektDie Schulleiter der beteiligten Schulen haben die Kooperationsvereinbarung mit folgenden Verpflichtungen abgeschlossen:
3. Auswahl der SchulenEs wurden 37 Schulen als Projektschulen ausgewählt, wobei alle Schulformen einbezogen werden konnten. 2 Grundschulen 4. Unterstützungsmaßnahmen
4.1 Zentrale EinführungsveranstaltungenNach der Installation und technischen Einweisung wurden für jeweils zwei Lehrer je Schule drei Einführungsveranstaltungen am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung mit etwa 70 Teilnehmern durchgeführt. Die Referenten des Referats Medienpädagogik wurden durch Referenten der Firma Smart Technologies unterstützt. 4.2 Zentrale WorkshopsDie 8 angebotenen Workshops konnten unter günstigen Bedingungen durchgeführt werden. In dem großen Medienraum des Landesinstituts standen gleichzeitig 3 Smartboards zur Verfügung. Die ersten Workshops waren „Muster-Schulungen“, die die Teilnehmer dann als Multiplikatoren an ihrer eigenen Schule durchführen konnten. Zusätzlich erhielten sie die stets aktuelle Software, Handbücher und Übungsdateien. In den weiteren Workshops waren immer folgende Elemente enthalten:
Die überwiegende Anzahl der Teilnehmer kam regelmäßig. Diese Teilnehmer zeigten auch die größte Bereitschaft, an ihren Schulen in der Folge Schulungen anzubieten. An diesen Schulen bestand dann auch die größte Bereitschaft zur Teilnahme an der Evaluation. 4.3 Dezentrale Fortbildungsveranstaltungen an den Schulen durch das Referat Medienpädagogik des Landesinstituts für Lehrerbildung und SchulentwicklungAlle Schulen hatten die Möglichkeit Fortbildungsveranstaltungen an der eigenen Schule zu beantragen. Acht Schulen haben von diesem Angebot Gebrauch gemacht, zwei davon gleich mehrfach. 4.4 Fortbildungsveranstaltungen an den Schulen unter Leitung der MultiplikatorenDie beteiligten Schulen führten in der Regel 2 bis 3 Fortbildungsveranstaltungen an der Schule in Eigenregie durch. 4.5 Mailingliste “Whiteboard”Zur besseren Information wurde eine Mailingliste eingerichtet, die jedem Teilnehmer Schreibrecht gewährte. Es gab in regelmäßigen Abständen Rundbriefe mit aktuellen Informationen. 4.6 Plattform „Whiteboard“ bei lo-netFür den Dateiaustausch und die Behandlung aktueller Fragen im Forum wurde ein Klassenraum bei lo-net eingerichtet.
5. Evaluation
5.1 Allgemeine Erfahrungen aus dem ProjektSchulen, die ein Whiteboard anschaffen und erfolgreich einsetzen wollen, müssen vorher einen Überblick über wichtige Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz erhalten:
Als ein wichtiges Instrument zum Start einer erfolgreichen Implementierung hat sich die Vorstellung des Boards in der Schule in Form eines kurzen Impulsreferats (30 Minuten) erwiesen, in dem die Einsatzmöglichkeiten des Interaktiven Whiteboards im Unterricht aufgezeigt werden. Danach gab es jeweils eine große Nachfrage nach Fortbildung und auch nach einer Ausstattung mit einer größeren Anzahl an Boards.
Sowohl bei der Mailingliste als auch bei der Plattform zeigte sich, dass der bilaterale Kontakt zwischen Schulen und Projektleitung gut funktionierte, der nicht moderierte, multilaterale Kontakt zwischen den Schulen und den einzelnen Teilnehmern zwar gewünscht wurde, aufgrund fehlender, eigener Initiative aber nicht dauerhaft installiert werden konnte. 5.2 Ergebnisse der Online-EvaluationDie für die Evaluation entwickelten Fragebögen für Schulleitungen, Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler wurden online zur Verfügung gestellt. Der Standort des Boards, ob nun Fachraum oder Klassenraum, hat keinen Einfluss auf die insgesamt positive Einschätzung. Die Funktionalität der Boards wurde als hoch eingestuft. Probleme mit dem Board oder Beschädigungen sind in der Laufzeit des Projekts nicht genannt worden. Die Software bietet eine Fülle von Möglichkeiten und wird daher gern genutzt, auch auf den eigenen Rechnern. Die Distribution der Software scheint hier der größte Hinderungsgrund sein, dass bislang erst wenige Schüler von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. Hier sollten die Schulen unterstützt werden. Es zeigt sich aber auch, dass eine Reihe von Einsatzmöglichkeiten, die die Software bietet, bislang ungenutzt bleiben. Die Möglichkeit, Prozesse und Zusammenhänge gut darstellen zu können, wird von Lehrern und Schülern als große Bereicherung empfunden. Hierdurch wird der Unterricht anschaulicher und abwechslungsreicher. Der Anspruch an die Qualität des Unterrichts und an die Visualisierung steigt an. Die Lehrer erhalten eine große Hilfe bei der Vermittlung von Lernzusammenhängen. Es wird aber auch deutlich, dass die Whiteboards nur für bestimmte Phasen des Unterrichts eingesetzt werden können. Es muss allen Beteiligten deutlich sein, dass ein abwechslungsreicher Unterricht, der auf die individuellen Bedürfnisse der Schüler eingeht, sich nicht ausschließlich mit einem Medium realisieren lässt. Ein einzelnes Board im Unterrichtsraum ist kein geeignetes Hilfsmittel für Übungsphasen und für das individualisierte Lernen. Die Rückmeldung zeigt aber auch, dass das Potenzial, die Tafelmitschriften allen individuell verfügbar zu machen, noch nicht hinreichend genutzt wird.
6. Fazit und PerspektiveAus Sicht der Beteiligten war das Projekt sehr erfolgreich. Die Interaktiven Whiteboards tragen zu einer erheblichen Motivationssteigerung im Lehr- und Lernprozess der beteiligten Lehrer und Schüler bei und erleichtern und bereichern in vielfältiger Weise den Unterricht. Es hat sich sehr schnell gezeigt, dass an den beteiligten Schulen ein großer Wunsch nach einer Erweiterung der Ausstattung besteht. Diese kann jedoch nur mit einem differenzierten Fortbildungskonzept einhergehen. |
| Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 25. Juni 2010 um 12:01 Uhr |
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